Salzburg, 16. Mai 2014

Nachbericht | Vortrag Erfahrungen bei Planung, Bau und Betrieb von geothermischen Anlagen (Wärmepumpen) im Bundesland Salzburg

Die Vortragenden Geologe Mag. Wolfgang Gadermayr (rechts) und Geologe Michael Dum, MSc (links) © Arch+Ing

Nachbericht | Vortrag Erfahrungen bei Planung, Bau und Betrieb von geothermischen Anlagen (Wärmepumpen) im Bundesland Salzburg | 08. Mai 2014 
Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für OÖ und SBG | Gebirgsjägerplatz 10 | 5020 Salzburg


Das Ziviltechnikerbüro geoquadrat zt gesmbH aus Hallein ist jährlich mit der geologischen Beurteilung von etwa 150-200 Tiefensonden-Erdwärmepumpenanlagen und rund 50 Grundwasser-Wärmepumpenanlagen beauftragt. Je Anlage für Wohnhäuser können durchschnittlich beachtliche ca. 2000 Liter Heizöl oder Gasäquivalent pro Jahr eingespart werden. 
Geologe Wolfgang Gadermayr (Ingenieurkonsulent für Erdwissenschaften) gab bei einem Vortrag in der GS Salzburg Einblick in die Erfahrungen bei Planung, Bau und Betrieb der Anlagen. Bei Betrieb von geothermischen Anlagen wird regenerative Energie  (= Energie bzw. Wärme, die im zugänglichen Teil der Erdkruste gespeichert ist) gewonnen und aufbereitet. Damit stellt die Geothermie einen wesentlichen Faktor zur Reduktion von Klimagasen dar, wobei je Anlage für Wohnhäuser durchschnittlich beachtliche ca. 2000 Liter Heizöl oder Gasäquivalent pro Jahr eingespart werden können. Der Wirkungsgrad derartiger Anlagen liegt bei etwa 1:4,2.
Im Mittelpunkt des Vortrags stand die sogenannte seichte Geothermie, die direkt zum Heizen und Kühlen mittels Wärmepumpen genutzt werden kann. Neben fundiertem Fachwissen führte Gadermayr zahlreiche Beispiele aus der Praxis auf, wo diese Art der Energiegewinnung gut funktioniert (Bsp.: Großanlage Käsekompetenzzentrum Lamprechtshausen) und wo sie Probleme (Bsp.: eisenhältiges Grundwasser in Salzburg) bereitet. Unterstützt und begleitet wurde Gadermayr von seinem Mitarbeiter, Experte Michael Dum.
Die beiden Vortragenden erläuterten die Funktionsweise von Geothermie und gingen auf verschiedene Arten der geothermischen Nutzung ein. Neben der Planung und Bewilligung wurden Inhalte wie Ausführung der geplanten und bewilligten Projekte, sowie Betrieb und Überprüfungen von geothermischen Nutzungen näher beleuchtet. Projekte wo Grundwasser-Wärmepumenanlagen, Tiefensonden-Erdwärmepumpen-anlagen sowie Spiralsonden im Bundesland Salzburg zum Einsatz kommen, wurden anhand anschaulicher grafischer Darstellungen aufgezeigt.  Dass hierbei die Art und Lage der Anlage auf das Gebäude eine wesentliche Rolle spielt, wurde klar verdeutlicht.
Um die geologische Arbeit weiter positiv vorantreiben zu können und die derzeit noch vorhandenen Probleme zu minimieren wünscht sich Gadermayr von den Behörden „einfachere sowie einheitlichere Verfahrensabläufe, die beispielsweise etwaige Ausschlusskriterien vorgeben. Zudem ist generell beim Einsatz von geothermischen Anlagen das Heranziehen eines befugten Geologen erforderlich und für alle Beteiligten von großem Vorteil.“

Rückfragen
Mag. Beate Dall
Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Oberösterreich und Salzburg
Tel.: 0662/87 23 83 und 0664/222 90 72
Mail: b.dallarching-zt.at