Salzburg, 02. Mai 2013

Ausstellung | Cuzco – StudentInnen planen ein Haus für Kinder in Peru| 16. Mai – 05. Juni 2013

Hanggrundstück in Cuzco
Siegerprojekt von Walter Rudig und Daniel Kranebitter im Modell

Vorträge Lehmbau | Anna Heringer und Martin Rauch | Donnerstag | 16. Mai 2013 | 17:30

Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten            
Gebirgsjägerplatz 10 | 5020 Salzburg
Lehmbauworkshop | Juni (oder Herbst) 2013
BAUAkademie Lehrbauhof Salzburg            
Moosstraße 197 | 5020 Salzburg
Cuzco, Peru. Straßenkinder, Armut und jede Menge Lehm. Für den Verein Wayna Warma Austria sowie einen Architekt, seine Studierenden und einen Lehmbauspezialist, allesamt aus Österreich, Gründe genug, um für Kinder aus armen Verhältnissen einen neuen Platz zu schaffen, an dem sie sich tagsüber sicher und geborgen fühlen. Ein interkulturelles Bauprojekt mit Realisierungspotential und fehlenden finanziellen Mitteln.
Von 16. Mai 2013 bis 05. Juni 2013 verwandelt sich die Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten am Gebirgsjägerplatz 10 in einen interkulturellen Ort. Zu sehen ist der Architekturwettbewerb: „Cuzco – StudentInnen planen ein Haus für Kinder in Peru“,  an dem etwa 40 Studierende der Fakultät für Architektur in Innsbruck, unter der Leitung von Architekt Clemens Plank,  im Sommersemester 2012 teilnehmen konnten. Die StudentInnen befassten sich äußerst motiviert und engagiert mit der Planung einer Kindertagesstätte für den peruanischen Verein Wayna Warma (in der Sprache der peruanischen Indigenas - Quechua: Kinder und Jugendliche)
Der Ort, wo für Wayna Warma (gegründet vor knapp 20 Jahren vom Ehepaar Camacho) das neue Haus gebaut werden soll, könnte idealer nicht sein: ein Grundstück in unmittelbarer Nähe zu Sacsahuayman, dem heiligen Bezirk der Inka, hoch über der Stadt Cuzco. 
Edith Brandstätter, Kunsterzieherin am Musischen Gymnasium Salzburg, ist neben Dori Camacho und ihrem Lebensgefährten Markus Palfinger Bindeglied zwischen Peru und Österreich und gemeinsam stehen sie für den Verein Wayna Warma Austria. Schon während, besonders aber nach dem Besuch in Peru fügten sich Ideen wie Puzzlesteile ineinander, vor allem der Gedanke, das Hanggrundstück neu zu bebauen, wurde zur klaren Vision. Ein Haus, mit Blick über die Stadt, gleichsam „enthoben“, mitten in der Natur und doch verwurzelt mit geschichtsträchtigem Boden, gebaut und gestampft aus dem, worauf es steht: aus Lehm.
Fast ein Jahr später stehen nun die Sieger des Architekturwettbewerbes, Walter Rudig und Daniel Kranebitter, fest. Alle am Projekt Beteiligten warten nur noch darauf, die Kindertagesstätte aus Lehm, einem der ältesten Baumaterialien der Menschen, in Angriff zu nehmen. Doch die fehlenden finanziellen Mittel lassen einen Baubeginn derzeit noch nicht zu. 
Der Architekturwettbewerb wurde von einer erfahrenen Jury, unter besonderer Berücksichtigung künstlerischer und sozialer Faktoren, beurteilt. Neben den versorgungs- und bildungstechnischen Aufgaben will der Verein Wayna Warma, wie auch bisher, besonders die kreativen Fähigkeiten der Kinder fördern - denn künstlerisches Tun, ob Musik, Tanz oder Malerei, stärkt die Kinder in ihrer persönlichen Entwicklung und kann so auch nachhaltig eine Gesellschaft verändern.
Eröffnet wird die Ausstellung, die einen Großteil der eingereichten Entwürfe der Studierenden zeigt,
am 16. Mai 2013 mit Vorträgen der namhaften Lehmbauexperten Anna Heringer und Martin Rauch. Der Vorarlberger Martin Rauch stand den StudentInnen übrigens während des Semesters, unter anderem direkt in seiner Werkstatt, mit seinem Wissen zur Seite. 
Für lateinamerikanische Atmosphäre zur Ausstellungseröffnung werden Ana Avellaneda und SchülerInnen des Musischen Gymnasiums sorgen.

Vorträge Lehmbau -  Anna Heringer und Martin Rauch 

Die Salzburgerin Anna Heringer ging im Alter von 19 Jahren für ein Jahr als Entwicklungslernerin nach Bangladesh. Seitdem ist das Thema Entwicklung durch Architektur ihre Leidenschaft. Sie studierte an der Kunstuniversität Linz bis 2004, danach realisierte sie mehrere Bauten in Bangladesh. 2011 war sie Loeb Fellow an der Graduate School of Design in Harvard. Derzeit arbeitet sie an Projekten in Afrika und Asien. Ihre Arbeiten wurden mehrfach international ausgezeichnet (u.a. mit dem Aga Khan Award for Architecture) und in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, wie dem MoMA New York und auf der Biennale in Venedig.
Der Vorarlberger Martin Rauch ist Pionier und Experte im Umgang mit Lehm und beschäftigt sich seit 1984 mit der Konzeption, Planung und Realisierung von Lehmbauprojekten und der steten Weiterentwicklung von traditionellen Bautechniken. 1999 gründete er die Firma Lehm Ton Erde Baukunst GmbH. Er entwickelt und realisiert vorgefertigte Stampflehmprojekte im In- und Ausland und kooperiert und plant dabei oft gemeinsam mit renommierten Architekten.  Seit 2010 ist er Honorarprofessor des UNESCO Lehrstuhls „Earthen Architectu-re“. Rauch hat unzählige Preise und Auszeichnungen für seine Arbeiten erhalten.

Lehmbauworkshop

Die Verarbeitung von Lehm kommt auch in unseren Breiten zum Einsatz. Interessierte „HandwerkerInnen“ haben deshalb die Möglichkeit in einem Workshop der BAUAkademie Salzburg erste Erfahrungen im Umgang mit dem Material zu sammeln. Titel und Zeitpunkt des Workshops werden demnächst bekannt gegeben.
Die Veranstaltung wird unterstützt von: 

  • Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für OÖ und SBG
  • Universität Innsbruck, Fakultät für Architektur
  • Verein Wayna Warma Austria
  • Musisches Gymnasiums Salzburg; SchülerInnen
  • Musikerin Ana Avellaneda
  • Programm Alpine Space, Land Salzburg 
  • Projekt Alp BC; Projekt rund um innovative regionale Baukultur im Alpenraum unter dem Schwerpunkt „neue BAU-Technologien aus der Region“

Rückfragen
Mag. Beate Dall
Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Oberösterreich und Salzburg
Tel.: 0662/87 23 83 und 0664/222 90 72
Mail: b.dallarching-zt.at