Salzburg, 15. September 2016

Zeitgemäßes Bauen am Berg - 3. Fachsymposium Brennpunkt Alpines Bauen in Salzburg

Diskussionsrunde (v.l.n.r): Manfred Heinlein, Heimo Ellmer, Hermann Atzmüller, Helmut Krapmeier und Moderator Wojtek Czaja © Urheber Arch+Ing
Session Alpine Baukultur - Vortrag von Markus Klaura & Markus Lackner zum Thema Aussichtsturm am Pyramidenkogel © Urheber Arch+Ing

Auf Initiative des grenzüberschreitenden Netzwerks Alpines Bauen fand am 29. September 2016 in der Fachhochschule Salzburg das 3. Fachsymposium Brennpunkt Alpines Bauen statt. Namhafte Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft setzten sich mit der Thematik rund um das Planen und Bauen im Alpenraum intensiv auseinander.

Die vielen alpinen Herausforderungen wie Wetterextreme, unterschiedliche Höhenlagen oder knapper Siedlungsraum setzen effizienten Ressourceneinsatz und umfangreiches Bau-Know-how voraus. Der Klimawandel verschärft diese Umstände zusätzlich. „Das Symposium bietet eine Plattform für interdisziplinäre Annäherung zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Der rege Besucherandrang bestätigt die Wichtigkeit einer solchen Veranstaltung für die heimische Baubranche“, ist der Koordinator des Netzwerks Alpines Bauen, Walter Haas von ITG Salzburg, überzeugt. 
Dieses Jahr stand eingangs das kontroverse Thema Normung im Mittelpunkt. Manfred Heinlein, Sachverständiger und Leiter des Bauschäden-Forums Tegernsee kritisierte: „Die Entscheidungen der Normenausschüsse waren früher rückwärtsgerichtet und haben auf praktischen Erfahrungen beruht. Heutzutage geschieht es v.a. verkaufsorientiert, die monetären Interessen der Industrie stehen zu sehr im Vordergrund“

In der anschließenden Diskussionsrunde mit Helmut Krapmeier von der Kunstuniversität Linz und Jurymitglied beim Staatspreis für Architektur & Nachhaltigkeit, Hermann Atzmüller von der Bundesinnung Holzbau, Heimo Ellmer von Austrian Standards (ehem. Normungsinstitut) und Manfred Heinlein wurde schnell deutlich, wie sehr das Thema Normung polarisiert. “Normen werden in Normenkomitees mit Vertretern aus Wissenschaft, Prüfinstitutionen und Industrie gemacht. Der Normenzugang ist barrierefrei“ meinte Ellmer. Die anderen Gesprächspartner haben aufgezeigt, dass sehr wohl Zugangsschranken bestehen – einerseits ist der Normenbezug kostenpflichtig, andererseits gehören diese in quantitativer und qualitativer Hinsicht dringend evaluiert. Atzmüller wünschte sich einen intensiveren Austausch zwischen den Planenden und den Ausführenden, sodass sowohl Normenkonformität als auch Gebrauchstauglichkeit bei der Umsetzung berücksichtigt werden. 

 

Zukunft der Bauzone Alpen

Am Nachmittag wurde das vielfältige Vortragsangebot von den Symposiumsbesuchern gut genutzt. Mehr als zwanzig Expertinnen und Experten aus Forschung, Wirtschaft, Politik und Verwaltung referierten zu den Themenbereichen High-Tech / Low-Tech, Sanierung,  Alpine Baukultur / Architektur / Tourismus / Holz sowie Nachverdichtung / Energiesysteme / Gebäude.
Stichworte wie Nachhaltigkeit, Energieeffizienz oder Smart Building werden die Zukunft des alpinen Bauens weiterhin prägen. Sie wirken sich auch auf Raumordnung und Städtebau aus. Zukünftig bedarf es neuer Raum-ordnungskonzepte und der Ausschöpfung von Nachverdichtungsmöglichkeiten, um einen lebenswerten Wohn-raum in bestehenden Städten und Orten zu schaffen. Bauen mit heimischen Baustoffen wie Holz lässt technische wie architektonische Raffinessen zu und ist nach wie vor im Trend. 

 

Netzwerk Alpines Bauen

Veranstalter des Symposiums ist das grenzüberschreitende Netzwerk Alpines Bauen, das sich der Erarbeitung neuer Baulösungen verschrieben hat. Die Partner des Netzwerks verbinden vor allem kleine und mittlere Planungs- und Bauunternehmen mit Forschungseinrichtungen, damit Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der alpinen Bauwirtschaft in Salzburg, Tirol und Bayern auch in Zukunft gewährleistet sind.
Zu den Netzwerk-Partnern zählen: ITG - Innovationsservice für Salzburg (Koordination), Fachhochschule Salzburg, Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Oberösterreich und Salzburg, Wirtschafts-kammer Salzburg, Bauinnung, Holzcluster Salzburg, Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen (SIR), Research Studios Austria Forschungsgesellschaft Studio iSPACE, umwelt service salzburg, Energieberatung des Landes Salzburg, Universität Innsbruck, Handwerkskammer für München und Oberbayern sowie Hochschule Rosenheim.

Rückfragen 
Mag. Adriana Falger
Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten
für Oberösterreich und Salzburg 
Tel.: 0662/87 23 83-12, Fax: 0662/87 23 83-4
Mail: a.falger@arching-zt.at


Mag. Bernhard Lehofer
ITG – Innovationsservice für Salzburg
Tel. : 0662/254300-0, Fax : 0662/254300-80
Mail : bernhard.lehoferitg-salzburg.at