Ferialpraktikanten, Ferialarbeitnehmer und Volontäre

In den Sommermonaten tritt häufig die Frage der Unterscheidung zwischen Ferialpraktikanten, Ferialarbeitnehmer und Volontären auf. Im Folgenden soll daher ein kurzer Überblick über diese einzelnen Bereiche verschafft werden.

Ferialpraktikanten

Als echter Ferialpraktikant absolviert man in einem Betrieb ein Pflichtpraktikum als Ergänzung der schulischen Ausbildung. Dabei steht der Ausbildungszweck und nicht die Erbringung von Arbeitsleistung im Vordergrund. Ferialpraktikanten stehen in keinem Dienstverhältnis, es besteht keine Arbeitspflicht, sie unterliegen keinem Weisungsrecht, sind nicht an die Arbeitszeit des Betriebes gebunden und dürfen keine Arbeitskraft ersetzen.

Mangels Dienstnehmereigenschaft besteht u.a. kein Anspruch auf Entgelt, Urlaub und Sonderzahlungen. Ob ein Taschengeld bezahlt wird oder nicht unterliegt der freien Vereinbarung. Zu beachten ist jedoch, dass der Praktikant voll zur Sozialversicherung anzumelden ist, wenn das Taschengeld die Geringfügigkeitsgrenze von € 405, 98 (Stand: 2015) übersteigt. Sonst besteht bloß eine Unfallversicherungspflicht und er ist als geringfügig Beschäftigter anzumelden. Beiträge zur "Abfertigung Neu" sind ebenfalls zu entrichten.

Ferialarbeitnehmer

Bei Ferialarbeitnehmer handelt es sich um Personen, die kurzfristig (z.B. während der Sommermonate) Geld verdienen möchten, wobei dazu keine schulische Verpflichtung besteht. Meist wird mit Ferialarbeitnehmer ein befristetes Dienstverhältnis abgeschlossen. Sie sind wie herkömmliche Dienstnehmer zu behandeln, das heißt auf sie finden alle gesetzlichen und kollektivvertraglichen Bestimmungen je nach ihrer Tätigkeit und der Branche des Betriebes, in dem sie arbeiten, Anwendung.

Ferialarbeitnehmer haben daher ihrerseits sämtliche, sich aus den arbeitsrechtlichen Bestimmungen ergebenden Verpflichtungen nachzukommen. Im Gegenzug haben sie Anspruch auf Entlohnung nach dem Kollektivvertrag, anteilige Sonderzahlungen, Urlaub bzw. Abgeltung des nicht verbrauchten Urlaubes und Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Der Kollektivvertrag der Ziviltechniker sieht seit dem Jahr 2013 vor, dass Ferialarbeitnehmer sinngemäß wie Lehrlinge zu behandeln sind. Dies ist bei der Entlohnung der Ferialarbeitnehmer relevant. Ferialarbeitnehmer sind daher nicht mehr zwingend in eine der Beschäftigungsgruppen (1-6) einzustufen, sondern können auch geringer entlohnt werden (mindestens jedoch mit der Lehrlingsentschädigung).

Ferialarbeitnehmer sind wie Dienstnehmer voll zur Sozialversicherung anzumelden. Eine Ausnahme besteht lediglich, wenn das Entgelt die Geringfügigkeitsgrenze nicht übersteigt (z.B. bei Teilzeit). In diesem Fall besteht bloß eine Unfallversicherungspflicht.

Volontäre

Volontäre sind Personen, die kurzfristig ausschließlich zur Erweiterung ihrer schon bisher erworbenen Ausbildung, ohne dass sie hierzu nach den Ausbildungsvorschriften verpflichtet sind, im Betrieb tätig sind. Volontäre sind ebenso wie Praktikanten keine Dienstnehmer und es besteht daher weder eine Arbeitsverpflichtung noch ein Entgeltanspruch. Sie sind direkt bei der Unfallversicherungsanstalt zur Unfallversicherung zu melden.

Echte Ferialpraktikanten und Volontäre sind vom Anwendungsbereich des Kollektivvertrages für Angestellte der Architekten und Ingenieurkonsulenten ausgeschlossen.

 

Stand: 06 | 2015

 

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